Ein Anker im sozialen Brennpunkt: Wie Inklusion und Herzlichkeit den Unterschied machen

Shownotes

„Bei uns ist wirklich jede:r willkommen – egal woher die Person kommt oder welche Geschichte sie mitbringt.“ Mit dieser herzlichen Haltung startet unser Gespräch mit Einrichtungsleitung Cihan Uzundag aus der Kita Mittelbruchzeile. Gemeinsam werfen wir einen Blick hinter die Kulissen einer Einrichtung, in der Offenheit und Herzlichkeit nicht nur Konzepte sind, sondern jeden Tag gelebt werden

Gemeinsam sprechen wir darüber, warum die Kita ein sicherer Hafen für alle Kinder und Familien sein muss und wie eine Kultur des Willkommenseins die Atmosphäre im Haus prägt. Dabei rückt das Thema Inklusion in den Fokus: Cihan erklärt uns, wie eine inklusive Arbeit funktioniert, in der Vielfalt als echte Bereicherung erlebt wird und wie die Einrichtung professionell mit einem hohen Förderbedarf umgeht, damit jedes Kind bedingungslos gesehen und wertgeschätzt wird.

Doch die Arbeit der Kita geht weit über die Betreuung hinaus. Inmitten eines lebendigen und anspruchsvollen Sozialraums fungiert die Einrichtung als wichtiger Ankerpunkt für Familien. Wir sprechen darüber, wie wichtig eine enge Beziehungspartnerschaft mit den Eltern ist.

Außerdem hören wir, was Cihan persönlich antreibt, jeden Tag mit so viel Leidenschaft und Herzblut in seine Arbeit zu fließen und wie er sein Team motiviert, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:03: Wir gemeinsam, der Outdoor-Podcast zu aktuellen Themen der sozialen Arbeit, Bildung sowie Kinder und Jugendhilfe.

00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Outlaw-Podcasts Wir Gemeinsam.

00:00:15: Wir sind mittendrin in unserer Kita Reihe, nachdem wir in der letzten Folge bereits den Startschuss gegeben haben und ganz nah an die Praxis der Kita Buschland wie geschaut haben machen wir heute weiter denn jede unsere Einrichtung ist einzigartig hat eigene Schwerpunkte und ganz eigene Geschichten.

00:00:28: Für den nächsten Blick hinter die Kulissen habe ich wieder eine Kita Leitung zu Gast.

00:00:32: Ich spreche heute mit Sian Usundar aus der Kita Mittelbruchzeile in Berlin.

00:00:36: Ja dann Herzlich Willkommen Sian, schön dass du da bist.

00:00:39: Danke für die Einladung Isabella

00:00:41: Gerne.

00:00:42: Bevor wir so richtig mit den Fragen starten, würde ich vorstellen, du kannst dich einmal kurz vorstellen.

00:00:46: also wer bist du?

00:00:47: Welche Kita leitest du bei Outlaw und seit wann bist überhaupt bei Outlaws schon?

00:00:51: Also ich bin der Gian Usundan mit Nachnamen.

00:00:53: Bin aus Berlin.

00:00:54: Bin jetzt zweiundvierzig Und bin seit Zwei-Tausend neun Bei Outlaw am Standort Kita Mittelbuchzeile und leite die Kita Seit Zwei Tausend Drei Zehn Leite seitdem bis heute mit all seinen Facetten, die Kita hier am Standort in der Mittelbruchzeile.

00:01:18: Sehr cool!

00:01:19: Es war schon mal spannend zu hören aber ich glaube da werden wir auch im Laufe der Folge noch ein bisschen darauf eingehen.

00:01:24: vorher reden wir erst einmal über die Kita an sich.

00:01:27: jetzt bin ja nicht bei dir vor Ort sondern ich hier in Münzer du in Berlin aber versuche mich mal ein bisschen mitzunehmen.

00:01:32: also wo genau befindet sich die Kita?

00:01:35: Ich meine Berlin ist sehr groß.

00:01:36: Wie groß ist die Kita, wie viele Kinder betreut ihr?

00:01:39: Wie groß das Team?

00:01:40: Nennen wir so ein paar Eckdaten.

00:01:41: Okay also die Kita liegt im Bezirk Rennigendorf Das ist der nördlichen Bezirke.

00:01:48: Die Kita liegt in einem sozialen Brennpunkt.

00:01:51: Das zeichnet jetzt dadurch ab dass wir im Quartiersmanagement zum Beispiel hier vor Ort haben In dem Kiez den wir haben.

00:01:58: Der Kiez nennt sich LetteKiez.

00:01:59: Wir haben Viele Familien mit Migrationshintergrund, viele Familien die alleinerziehend sind und auch wirtschaftlich schwachsind.

00:02:09: All das sind so Komponenten, die halt einfach des Quartier als besonders förderbedürftig auszeichnen und deswegen ist es ein sogenanntes Fördergebiet im Rahmen des Quartersmanagements Die Kita hat.

00:02:22: laut Betriebserlaubnis können wir zwei Hundert Kinder aufnehmen.

00:02:27: So viel haben wir aber leider nicht.

00:02:28: Wir machen ... zu unseren Spitzenzeiten immer bei ... ... hundred-achtzig Kindern zum Schluss gemacht.

00:02:34: Das letzte Jahr, wo wir die Zahl ... ... hundert-achtig hatten war das Jahr ... ... zweitausendfünfzehntsechzehn.

00:02:40: Danach hat es stetisch abgenommen aus unterschiedlichen Gründen.

00:02:45: vielleicht kommen wir da auch noch mal später ... ... zu einem späteren Zeitpunkt nochmal drauf zu.

00:02:48: Die Kita ist an sich du musst dir das vorstellen Alleinstehen des Hauses mit aus Backstein, wenn man von außen findet aber das ist eine Klingerfassade.

00:02:58: Wir haben ein Erdgeschoss, es ist voll unter Kellert und einen ersten Obergeschoss.

00:03:03: Wir haben eine riesengroße Außengelände mehr als tausend Quadratmeter groß nur das Außengelände.

00:03:11: Und wir haben auf unserem Gelände das Außengelände wurde zwei Tausend siebzehnt saniert hat sieht jetzt sehr schön aus.

00:03:19: man kann also Eltern die hierher kommen sind immer positiv überrascht über das außengelernte hinten weil wenn man vor dem Gebäude steht Denkt man gar nicht, dass hinten so eine Oase da ist.

00:03:32: Und viele Eltern sagen, oh, hier möchte ich auch gerne Kind sein!

00:03:35: Das ist aber ganz lustig, da kommt mir immer so ein Schmunzeln.

00:03:37: Das zeigt meiner Held auch, das ist der erste Eindruck und das ist ja immer der, der wirklich zählt bei den Eltern in die Neuanmeldung.

00:03:45: Dann glänzen wir mit unserem Außengelände und in Gebäude... Die Kita wurde im Jahr two-ein-achtzig gebaut und eröffnet Und die Kita wurde damals schon als Kita gebaut.

00:03:58: Die war bis in der Trägerschaft des Berliner Senatis und Outlaw hat die Einrichtung übernommen.

00:04:09: Hat natürlich in den Jahren viel investieren müssen, in die Räumlichkeiten, in Haustechnik usw.

00:04:19: Und im Grunde genommen sind es drei Areale, die wir im Haus haben.

00:04:22: Wenn du reinkommst, erstreck dich dazu.

00:04:24: im Erdgeschoss, das ist so auf der rechten Seite ein riesengroßes Areal mit fünf Gruppenräumen und links genau Spiegel verkehrt ebenso.

00:04:36: da sind sogar sechs Gruppenräume.

00:04:38: und dann haben wir das erste Obergeschoss dass man über eine Treppe erreichen kann oder über einen Fahrstuhl.

00:04:44: Da haben wir nochmal ebenfalls fünf Gruppenräume plus.

00:04:48: Wir haben noch mit dem ersten Obergeschoss eine riesengroße Terrasse, die auch als pädagogische Nutzfälscher genutzt wird von den Kollegen und von den Kindern.

00:04:56: Und wir haben ein Elterntreffpunkt der wenn man vor dem Gebäude steht links ist.

00:05:02: da werden über Kita Sozialarbeit niedrisch-schwellige Angebote für Familien angeboten sowohl intern als auch externe Familien um da nochmal eine positive Außenwirkung zu gestalten.

00:05:14: Und vor diesem Elterentreffen haben wir schön Vorgarten wo man sich doch hinsetzen kann, wo man mein Kaffee trinken kann.

00:05:21: Genau also so ist die Kita aufgebaut und wir haben eine eigene Küche.

00:05:27: wie kochen selber.

00:05:28: das ist tatsächlich genau.

00:05:30: wir sind eins der letzten Kitas noch die selber kochen.

00:05:33: es ist auf jeden Fall ein Qualitätsmerkmal.

00:05:35: muss man ganz ehrlich sagen dass wenn die Eltern das hören dann ist das schon eigentlich schon der Runner oder sagen

00:05:41: super

00:05:43: Es ist halt tatsächlich, wir sind die einzige Kita in unserer anderen Standorte in Berlin.

00:05:47: Die werden ja beim Catering geliefert und genau das schmeckt einfach anders.

00:05:54: Also zumindest essen die Kinder immer auf.

00:05:56: Wir schweißen fast wieder.

00:05:57: Das ist sehr gut!

00:05:59: Ja so viel dazu.

00:06:02: Ja aber interessant weil ich wusste das auch nicht.

00:06:05: ... kannte das auch, dass in unseren Outlook-Kitas ... ... essen geliefert wird von einem Catering Service?

00:06:10: Ich wusste gar nicht, dass ihr noch eine Kita seid, wo noch selber gekocht wird.

00:06:13: Ja und wir kochen sogar für einen weiteren Standort von uns mit!

00:06:18: Genau.

00:06:18: Jetzt sind wir quasi schon ein bisschen eingestiegen.

00:06:20: was so vielleicht das Besondere ist an eurer Kita... ...was euch vielleicht von anderen Outlook Kitas auch abhebt,... ...weil ich meine klar, so an sich wäre mir beoutloser unser Grundkonzept was dem Bereich Kita angeht.

00:06:29: aber jede Kita hat ja für sich vielleicht auch nochmal so ein paar Schwerpunkte,... ...Fukusthemen die irgendwie besonders hervorgehen hervorgehoben werden.

00:06:38: Und ich weiß ja auch, dass ihr eine integrative Kita seid und du hast auch am Anfang erwähnt das ihr viele Kinder mit Migrationshintergrund.

00:06:45: magst du da vielleicht nochmal kurz erklären was es aber auch genau heißt?

00:06:48: also inwiefern seid ihr eine integrative Kita?

00:06:50: Was kann ich mir darunter vorstellen?

00:06:53: Also ein Drittel unserer Kinder haben einen sogenannten Förderbedarf nicht unbedingt was mit dem Migrationshintergrund zu tun, sondern das sind Kinder die in verschiedenen Entwicklungsbereichen Auffälligkeiten zeigen.

00:07:09: Auffölligkeiten in der Form dass sie nicht altersentsprechend zum Beispiel entwickelt sind und einen größeren oder umfangreichere Unterstützung innerhalb der Betreuungszeit benötigen.

00:07:19: In Berlin nennen wir das ein Integrationsstatus.

00:07:23: da unterscheiden wir über den Förderstatus a und b je nachdem wie umfangreich Anspruch des Kindes ist, wird dann unter A und B entschieden.

00:07:34: Das hat auch einen finanziellen Hintergrund.

00:07:37: das wird noch mal zusätzlich zu den Geldern die wir vom Senat bekommen nochmal separat finanziert.

00:07:44: Das sind keine wenigen Kosten und wir versuchen diese Kinder sowohl auf der einen Seite Teil haben zu lassen in unserer Gruppenarbeit Und natürlich aber auch darüber hinaus wenn wir Kinder zum Beispiel im Autismus Spektrum haben, die da besondere Aufmerksamkeit bedürfen oder in einer kleineren Gruppenkonstellation sich wohler fühlen und sich auch sicherer führen.

00:08:12: Sind das Situationen, die wir dann schaffen um diese Kinder an dem Alltag teilnehmen zu lassen?

00:08:20: Wir zeichnen uns tatsächlich dadurch aus weil also wir haben insgesamt achtundzwanzig pädagogische Mitarbeiter plus zwei Leute im Leitungsteam, plus eine Kita-Sozialarbeiterin und eine Koordinatoren für den Bereich Integration.

00:08:37: So dass wir in der Summe im pädagogischen Bereich eigentlich zweiunddreißig Pädagogen sind hier im Haus und drei Leute im Hauswirtschaftsbereich.

00:08:45: von diesen achtundzwanzig Pedagogen die mittelbar am Kind dranne sind sind achtzehn sogenannte Facherzieher für dem Bereich Integration.

00:08:55: genau das ist tatsächlich ne Menge Eine Mitarbeiterin, die diese Qualifikation haben.

00:09:00: Man muss wenn man mit diesen Kindern arbeiten möchte und diese Kinder fördern möchte ist es in Land Berlin so dass man eine Fortbildung besuchen muss.

00:09:07: sie geht über ein dreiviertel Jahr Mit einer Abschlussarbeitung im Qualofiom und einem Ergebnis.

00:09:13: Wenn man das bestanden hat, dann kriegt man einen Zertifikat das man Facharzt für Integration ist.

00:09:19: So nennt sich das Das ist so ein Titel Und damit kann die Kita dann entsprechend der Stunden der Kollegen auch Anzahl an Kinder dann mit einem integrativen Bedarf aufnehmen.

00:09:32: Bei dem A-Status sind das zehn Stunden, die man für dieses Kind in der Woche zur Verfügung hat und bei dem B-Kind sind es zwei Stunden.

00:09:41: Wenn du jetzt eine vierzehstunden Kraft bist und zwei Bekinder hast, dann hast du eigentlich schon deine vierzehn Stunden komplett in dieser integrativen Arbeit.

00:09:51: Also ganz einfach erklärt ist es so, du brauchst das Fachpersonal in deiner Einrichtung um diese Kinder wenn die einen Bedarf haben diesen Bedarf dann auch geltend zu machen beim Amt für Tagesbetreuung hier bei uns wo dann darüber entschieden wird ob dass dann der Bedarf besteht.

00:10:09: Das wird natürlich über Fachärzte dann diagnostiziert.

00:10:12: Das Kind kriegt gar eine Diagnose und anhand dieser Diagnosen wissen wir auch welchen Bereichen das Kind Unterstützung braucht Und dementsprechend erarbeiten die Kollegen einen Teilhabeplan, so nennt sich das ein Förderplan.

00:10:27: Wo Ziele festgelegt werden in einem bestimmten Zeitraum X, den man dann mit dem Kind arbeiten möchte immer eine Absprache mit den Eltern.

00:10:34: also es passiert nie was ohne die Eltern.

00:10:36: das wissen auch die Eltern.

00:10:37: wir begleiten die Eltern da sehr engmarschig und sind da sehr transparent damit die Eltern dort wirklich über jeden Schritt den wir machen Bescheid wissen.

00:10:45: diese Familien erhalten noch im Vergleich zu den anderen Familien, wo die Kinder kein Vater bedarf haben.

00:10:51: Zum Beispiel ein mehr Entwicklungsgespräche.

00:10:55: Alle halbe Jahre ist Pflicht auch vom Land Berlin so vorgegeben und das halten wir auch ein.

00:11:00: Und weil natürlich da einerseits Gelder dran sind und die Eltern natürlich auch die Entwicklung sehen möchten oder auch Rücksprache halten möchten.

00:11:09: Genau.

00:11:10: Das zeichnet uns hier aus tatsächlich.

00:11:12: Es ist auch so dass der Bezirk besonders bei uns anruft wenn sie Kinder haben die diese Förderstatus haben und nicht an Kitas vermittelt werden können, wären wir auf jeden Fall angerufen neben einer zweiten Kita von uns.

00:11:23: Der Kita alt wird genau.

00:11:25: also Wir sind im Bezirk sehr dafür bekannt als Outlaw-Kitas, der ist die zwei Outlaw Kitas, die im Bereich Integrationsarbeit eine sehr gute Arbeit leisten.

00:11:34: Und damit schmücken wir uns tatsächlich auch und wir sind da auch so ein bisschen stolz darauf weil es ist ja auch Arbeit wie wir als Leitungskräfte da auch sehr in meinen Investieren und den Kollegen das auch ermöglichen, den Rahmen zu schaffen dass sie auch ihre Arbeit nachgehen können Genau.

00:11:49: Das erst mal dazu im kurzen gesagt, das ist etwas sehr oberflächtig.

00:11:54: Ich merk schon

00:11:57: ein kompliziertes Thema als man es jetzt so kurz runterbrechen könnte.

00:12:00: Ja tatsächlich.

00:12:02: Spannend!

00:12:03: Ist auch gut dass du es nochmal erklärt hast was genau man darunter versteht also was für Arten von Förderbedarfen es gibt.

00:12:10: ich habe ja bewusst am Anfang die Frage auch so gestellt Bezüglich Migrationshintergrund, weil ich glaube bei dem Wort Integration denkt man am meisten oft erst daran.

00:12:18: Richtig

00:12:19: ja!

00:12:19: Und gar

00:12:19: nicht dass da... das ist eigentlich nur ein kleiner Teil und hat auch per se vielleicht gar nicht unbedingt was mit zu tun sondern da stecken ganz andere Dinge dahinter.

00:12:26: Deswegen gut, dass du das noch mal an der Stelle erklärt hast?

00:12:29: Genau wenn ich da ganz kurz einsteigen darf Ich persönlich mag diesen Begriff gar nicht.

00:12:33: vor allem für Familien die nicht der deutschen Sprache mächtig sind Ist das Wort natürlich negativ behaftet.

00:12:41: Ja Und die Eltern schrecken dann natürlich auf und deswegen versuchen wir in unseren Gesprächen mit den Eltern, wenn wir im Bedarf feststellen gar nicht von dem Begriff Integration zu sprechen.

00:12:54: Sondern die Kollegen haben von mir und meiner Kollegin, die ich sage jetzt mal Anweisung bekommen dass sie das Wort Förderbedarf nennen sollen weil einfach dieses Wort noch auch ein Politikum so einen negativen Touch hat.

00:13:07: Auch auf der Ereignisse der letzten Jahre und des Jahrzehnts so dass wir die Eltern da gar nicht erschrecken wollen.

00:13:13: Weil die Eltern verbinden dieses Wort einfach mit gleich hat man ist mein Kind behindert und das ist halt immer sehr schade, weil es ist es ja nicht.

00:13:21: Und es hat einen ganz anderen Hintergrund.

00:13:23: Deswegen versuchen wir das zu argumentieren, dass wir gar nicht dieses Wort benutzen sondern eben über Förderbedarf sprechen und wir reden noch nicht von Integration, sondern von Inklusion.

00:13:36: Das hat noch mal einen ganz anderen Hintergrund und von Teilen habe.

00:13:41: Tatsächlich habe ich jahrelang versucht, wir haben hier ein Bezirk... Also jeder Bezirke in Berlin hat so eine Arbeitsgruppe, er nennt sich das.

00:13:48: Da kommen alle sozialen Träger zusammen mit dem Jugendamt.

00:13:51: Und da hatte ich versucht vor ein paar Jahren tatsächlich dagegen anzukämpfen dass dieses Wort abgeschafft wird auf den Papier auch bei den Ämtern.

00:14:01: Das hat ja auch eine gewisse Dynamik angenommen.

00:14:03: aber gut, ab einer bestimmten Stelle bin Kita-Leiter dann irgendwann raus, dann wird es ja zu politisch.

00:14:09: Weil wenn die Eltern ihre Bescheide bekommen steht immer noch dieser Begriff Integration drauf und das ist etwas was wir wirklich ändern lassen wollten und wir haben das einfach auch hier im Senat bekannt gegeben.

00:14:23: aber bis heute hat sich da leider nichts getan.

00:14:26: Das wollte ich schon einmal kurz erwähnen.

00:14:27: genau

00:14:28: Danke dafür.

00:14:30: jetzt versuche ich mal ... eine gute Überleitung zu finden.

00:14:34: Jetzt haben wir ja viel lieber deine Kita gesprochen, aber ich möchte auch ein bisschen mehr über dich erfahren.

00:14:39: Du hast am Anfang schon so von deinem Werdegang erzählt,... ...aber erzähl doch mal gerne wie du überhaupt dazu gekommen bist... ...erzählt zu werden!

00:14:48: Du wirst jetzt bestimmt ein bisschen lachen.

00:14:51: Tatsächlich war das so... Jetzt

00:14:52: bin ich gespannt!

00:14:55: Tatsächlich wurde es so dass ich... ...das überhaupt nicht im Kopf hatte irgendwie im sozialen Bereich tätig zu werden.

00:15:03: Ich hatte, nachdem ich mein Abi beendet habe, damals musste man ja Wehrdienst leisten.

00:15:11: Ist ja nicht so wie heute und wurde dann eingezogen von der Bundeswehr.

00:15:16: Und ich bin ganz ehrlich, ich hatte keine Lust, irgendwie Wehrdy zu leisten weil ich da auch keinen Sinn darin gesehen hatte.

00:15:21: also ich war schon immer ein pacifistischer Mensch und hab mich dann bewusst natürlich für den Zivildienst entschieden war ja auch bei der Musterung und hab eigentlich nur gute Tauglichkeit bekommen.

00:15:35: Und man wollte, dass ich in die Bundeswehr gehe aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden weil das nicht meins war.

00:15:42: So dann habe ich überlegt okay wo mache ich mein Zivildienst?

00:15:48: Hab mich da ein bisschen schlau gemacht und soll ja auch einen sozialen Charakter haben.

00:15:52: Das heißt es kommt ja... Da grenzt sich das sehr stark ein.

00:15:56: entweder gehst du in die Pflege ins Krankenhaus oder im Bereich Kita Und nicht weit weg von meinem damaligen Wohnort gab es eine Kita.

00:16:07: Da bin ich einfach mal hier gegangen, habe damals geklingelt und hab dann gesagt hi!

00:16:12: Ich bin der Gian und ich mache einen Zivildienst.

00:16:15: und wie sieht's aus?

00:16:16: Könnte ich den bei euch machen?

00:16:18: Dann haben die gesagt ja klar ein Mann brauchen wir immer.

00:16:22: Der so bist du die Kinder anders animiert.

00:16:24: und da ging das Schlag auf Schlag.

00:16:26: eigentlich wollte Also es wird jetzt ein bisschen umfangreicher, damit man sich das ein bisschen vorstellen kann.

00:16:33: Nach dem Abi oder in der Phase des Abiturs war es klar ich wollte studieren und ich und zwei Cousins von mir wollten eigentlich im Nordrhein-Westfalen studieren.

00:16:44: Weil meine eine Cousin hatte einen Jahr bevor ich eingezogen wurde die Bundeswehr wurde eher eingezungen.

00:16:50: Der hat seinen Zivilin schon in Essen getätigt Und wir haben dann gesagt okay geht dahin und nach dem Zivil werden wir uns alle in derselben Uni an.

00:17:00: Und ich wollte eigentlich in die Politik, tatsächlich wollte ich Politikwissenschaften studieren.

00:17:05: Das hat aber dann nicht geklappt weil ich dann eingezogen wurde und auch das Argument für Studien hat damals leider nicht geholfen.

00:17:14: und als mein Zivilis vorbei war, weil dann hatte gesagt okay ich mache mein Zivi danach kann ich ja immer noch studieren, war es aber so dass der Studiengang Politikwissenschaften an der Uni wo meine Verwandten waren Den gab es dann nicht mehr.

00:17:29: Der wurde dann Ortgesourced in einer anderen Uni, eine komplett andere Gegend.

00:17:33: und genau jetzt ist das aber so dass ich dann den Zivilis begonnen hatte in der Kita auch eine Kita mit sechzig Kindern auch mit vielen Kindern mit dem Förderbedarf.

00:17:47: Das hat echt Spaß gemacht.

00:17:50: Also ich dachte so, ey ist voll der chillige Job so, ist voll einfach.

00:17:54: Du spielst mit Kindern so wie auch Eltern so denken na was machen denn die jetzt hier?

00:17:58: Die spielen ja da nur... So stellt man sich

00:18:00: das vor ne?

00:18:01: Ja genau, so stellt man es sich davor und ich habe aber sehr schnell festgestellt dass es mehr als das im Rahmen meines TV-Dienstes.

00:18:09: und dann wurde ich öfter von den Kollegen von der Kita Leitung oder von den Eltern angefragt ob ich nicht die Ausbildung machen möchte.

00:18:18: Ich hab gesagt, nee.

00:18:19: Ganz ehrlich, das was ich hier mache... ...ich bin ja nur zur Belustigung da und unterstütze dir.

00:18:24: Und der Erzieher macht viel mehr.

00:18:26: Ich habe das immer mitbekommen, die hatten ihre Sitzung gehabt.

00:18:29: Auch in einer Gruppe wo es Kinder mit Förderbedarf gaben bei der Erzier waren auch Integrationserzieher gewesen.

00:18:35: Ich hatte gesehen was sie an Papierkram erledigen mussten.

00:18:37: dann dachte ich mir ganz ehrlich eigentlich wolltest du studieren?

00:18:42: Eigentlich würdest du dein Geld nicht im Zahlenbereich verdienen.

00:18:47: Dann war es aber so, dass natürlich dadurch das mein Zivildienst bis Ende August ging, konnte ich mich nicht mehr an der Uni anmelden.

00:18:57: Ich hatte Wartesemester gehabt weil die Uni schon voll waren und dann stand ich da und dachte mir, boah bin doch kein Mensch der so Lehrphasen mag, ne?

00:19:05: Ich brauche nur Beschäftigung.

00:19:08: Und dann habe ich mich überrehen lassen und hab mich eigentlich zu spät in den Fachschulen angemeldet für die Ausbildung.

00:19:17: Ich wurde aber bei jeder Fachschule angenommen.

00:19:19: Das war echt witzig!

00:19:21: Und das erste Semester hatte ich schon seit eineinhalb Monaten gestartet und ich bin quasi nach einerinhalb Monaten dazu gesprungen.

00:19:33: Ach krass!

00:19:34: Ja genau, und war auch ein bisschen verwundert.

00:19:36: dann dachte ich mir okay also die Gründe sind mir relativ egal.

00:19:39: Dann habe ich mir gesagt da mache ich die Ausbildung, dann hab' ich wieder so ne Ausbildung in der Tasche und Studien kann man ja immer noch.

00:19:47: Das heißt, das Thema Studio wurde immer nach hinten geschoben.

00:19:51: Genau und dann habe ich mit der Ausbildung begonnen Und damals zu meiner Zeit war es rein schulisch gewesen.

00:19:57: Es ist nicht so wie jetzt dass man das Dual machen kann Dass man praktische Erfahrungen sammelt wovon ich ein Riesenfan bin.

00:20:05: Bei uns waren es wirklich drei Jahre Trockentheorien.

00:20:07: Man hatte natürlich in jedem Jahr immer einen Praktikum Was man in verschiedenen Bereichen Kita Grundschule um Freizeit haben dann absolvieren musste.

00:20:17: Und so bin ich in den Erzieherberuf gestartet und habe dann mein letztes Praktikum, wie gesagt hier in der Kita bei Outlaw absolviert.

00:20:27: Das Lustige war auch, Outlaw war zu der Zeit auch gar nicht so präsent in Berlin und wir haben... Ich hab das über eine Freundin von mir.

00:20:36: die hat mir gesagt ey guck mal!

00:20:37: Ich hab da mal ein Praktikum gemacht.

00:20:39: Geh doch mal dahin.

00:20:41: und dann war ich da war hier beworben, hat gesagt so ich brauch ein sechsmalartiges Praktikum.

00:20:47: Wie sieht es denn aus?

00:20:49: Hättet ihr die Kapazitäten?

00:20:50: dann wurde ich hier angenommen hatte auch eine coole Anleiterin gehabt Die da mit mir viele tolle Sachen gemacht hat wo ich auf vielen Möglichkeiten hatte mich auch zu probieren und so bin Ich bei Outlaw gelandet.

00:21:03: So war das genau So einen kurz Durchlauf.

00:21:07: also da sind natürlich viele Erlebnisse.

00:21:10: Mein Start hier war auch ganz witzig im Rahmen eines Praktikers aber das werde ich jetzt hier nicht erzählen Das mache ich jetzt nicht, das war eine etwas sehr interessante Situation.

00:21:21: Aber ja... Ich bereue es bis heute nicht, sage ich ganz ehrlich!

00:21:25: Ich mag meinen Job und auch mein Standort.

00:21:29: Ich mag es tatsächlich in den sozialen Brennpunkten zu arbeiten weil die Familien, die mir am Herzen liegen mit denen kann man auch echt viel machen und deswegen bin ich auch seit dem Jahr

00:21:44: Und als Leitung bist du seit.

00:21:45: Ja, also offiziell

00:21:47: aus dem Jahr war ja diese komissarische Situation gewesen weil die Geburt von meinem Kind ja bevor er stand im Jahr.

00:21:56: Also auf dem Papier ist es glaube ich.

00:22:01: Aber inoffiziell ist das eigentlich schon seit.

00:22:05: Sehr cool.

00:22:06: Du hast ja vorhin auch schon gesagt dass Die Arbeit mit den Familien, die ja auch sehr viel Spaß macht.

00:22:11: Deswegen lass uns gerne darauf eingehen.

00:22:13: Du hast auch schon erzählt dass die Kita sich in einem sozialen Brennpunkt befindet und ich meine ... Ich kann mir auch vorstellen weil am Ende des Tages klar ... In der Kita ihr seid ja nicht nur für die Kinder da sondern irgendwo auch für die ganze Familie.

00:22:26: Gibt es da irgendwie vielleicht aber trotzdem so Schwerpunkte dahingehend welche Unterstützung die brauchen?

00:22:32: Also gibt's da irgendwie besondere Herausforderungen die da irgendwie oft wieder thematisiert werden.

00:22:36: also wie kann ich mir das vorstellen?

00:22:39: Also ja, die gibt es definitiv.

00:22:41: Unsere Priorität liegt natürlich in erster Linie bei den Kindern.

00:22:47: Aber ohne die Eltern funktioniert gar nichts.

00:22:49: und ich sage auch im Einstellungsprozess, also im Prozess wo die Eltern sich schon mal einen Kitaplatz bewerben.

00:22:56: bei uns bin ich auch ganz ehrlich zu den Eltern.

00:22:58: Ich versuche ein sehr ehrlicher und transparenter Mensch zu sein und erzähle den Eltern nicht das Blaue vom Himmel damit für uns hier super schön präsentieren.

00:23:09: Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man ehrlich ist zu den Eltern und ich die Eltern auch wirklich so nehme wie sie sind.

00:23:16: Weil Eltern in den Gesprächen... weil mein Ziel ist es ja so ein Gefühl dafür zu bekommen diesen Gesprächen was ist das für eine Familie?

00:23:23: Was bringt ihr mit?

00:23:23: Ich frage auch die Eltern ganz ehrlich.

00:23:26: Frage ist hier was wünschen Sie sich von uns?

00:23:28: Also, was haben Sie Erwartungshaltung in uns?

00:23:30: Was möchten sie von uns für sich und also für sich als Familie und für ihr Kind.

00:23:34: Wir kommen auch ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen aus.

00:23:37: Und wir hatten noch Erwartungen von Eltern, wo ich gesagt habe, ganz ehrlich das sind Sachen die können wir gar nicht leisten als Kita, dass was Sie erwarten.

00:23:45: Beispielsweise, dass wir hier ganz viele Kurse den Kindern anbieten, dass wie ganz viele externe Leute reinholen sollen usw.

00:23:53: Aber im Kern ist es so, Wenn man bedenkt, dass die Eltern ihr wichtigstes Gut bei uns abgeben.

00:24:01: Eltern sind eigentlich sehr einfach gestrickt, sage ich ganz ehrlich.

00:24:05: Klar gibt es auch Eltern, die, sag' ich mal gewisse Erwartungen haben.

00:24:10: Das ist doch völlig schockiert.

00:24:11: Das sollen sie auch haben und das ist ja auch ein gutes Recht.

00:24:13: Aber im Grunde genommen, wenn man genau hinhört, sind Eltern alle gleichgestrickt.

00:24:18: Sie wollen eigentlich nur, dass ihr Kind gut umsorgt wird.

00:24:22: Manchmal möchten sie, dass das Kind überviel Sorgen wieder schert.

00:24:26: Aber im Grunde genommen reicht es den Eltern aus wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind gerne zu Kita kommt und im Idealfall gar nicht gehen möchte wie da weil dann das ist ein Zeichen für die Eltern Das läuft super hier mein Kind fühlt sich rundum wohl.

00:24:40: das ist so ein Signal und Eltern fahren da sehr sensible Antennen aus.

00:24:45: Und bei uns haben viele Eltern natürlich ihr privates Problem ... oder ihr privater Herausforderung mitzubringen, das zeichnet sich ab in Form dessen dass sie halt wirtschaftlich nicht so stark aufgestellt sind.

00:24:57: Das heißt ihren Kindern auch nicht viel bieten können und unsere froh sind... ...dass wir als Träger es den Kindern ermöglichen ja?

00:25:04: Und wir da auch sagen jetzt mal naja klar achten wir natürlich auch auf die Preise aber wir versuchen halt wirklich viele Kulturangebote mit den Kindern zu durchstehen weil Eltern das sich gar nicht leisten können.

00:25:19: Die Eltern haben sozialemotionale Herausforderungen.

00:25:23: Mit sich selber innerhalb ihres Familienkonstruktes leben in sehr beengten Räumlichkeiten, teilweise in zwei Zimmerwohnungen.

00:25:31: Also man hat hier aufgrund der baulichen Situation hier im Berlin hat man eine sehr geringe Fluktuation von Familien.

00:25:39: Wenn Familien wachsen war das früher so gewesen dann sind sie in eine größere Wohnung gezogen.

00:25:44: Das hast du heute gar nicht mehr.

00:25:45: also die Wahrscheinlichkeit glaube ich den Sechster im Lotto zu gewinnen ist höher.

00:25:49: Das ist eine größte Wohnung zu bekommen.

00:25:51: Und das merken wir auch natürlich, und in Form dessen, dass Kinder stärker im sozialem emotionalen Bereich bei uns auffallen und aufgrund dessen einen Förderbedarf sich herauskristallisiert.

00:26:05: All diese Sachen summieren sich und zeichnen die sozialemotionalen Herausforderungen ab bei den Familien.

00:26:14: Die werden hier natürlich auffangen Aber die Priorität liegt natürlich bei den Kindern.

00:26:21: Aber wenn wir die Eltern nicht ins Boot holen können und die Eltern uns dabei nicht unterstützen, dann bringt das halt alles nichts.

00:26:29: Und deswegen sind wir auch hier sehr gut vernetzt mit Beratungsstellen.

00:26:33: Wie ich ja gesagt hatte eine Kita-Sozialarbeiterin, die da auch die Eltern abfängt.

00:26:40: Wenn die Kollegen merken, da baut sich gerade ein Thema auf... Also der soziale emotionale Bereich ist ein Punkt bei den Eltern.

00:26:48: Ansonsten haben wir tatsächlich sehr viel unerfahrene junge Eltern, die alle nur das Beste für ihr Kind wollen ohne Frage.

00:26:55: Aber wie Art und Weise halt ein bisschen anders ist?

00:27:00: Wie es eigentlich das Kita-Lehme erfordert von daher die Erwartungshaltung von Eltern vielleicht anders sind als sie, die wir hier haben oder auch die, die Wir auch hier anbieten.

00:27:10: aber trotz alledem muss ich ganz ehrlich sagen Es ist so dass Wir hier, ich glaube mal auf Holz.

00:27:18: Ich hoffe der Tisch ist aus Holz.

00:27:22: Haben wir wirklich eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern?

00:27:29: Es ist auch so wenn die Eltern in der Bring- oder Abholsituation sind und ich habe eine sehr hohe Präsenz im Haus.

00:27:38: Versuche hat nichts mit Kontrolle zu tun.

00:27:39: ... präsent zu sein, weil ich auch weiß die Kollegen schaffen es nicht... ... auf mich zuzukommen.

00:27:44: Versuche ich auch mal so fünf bis zehn Minuten in die Gruppe zu gehen,... ... also versuche auch so ein Gefühl im Haus zu bekommen.

00:27:50: wie ist die Stimmung gerade unter den ... ... Kollegionen zum Beispiel und auch unter den Kindern?

00:27:55: Weil ich bin der Meinung habe ich angespannte Kollegen... ... zeichnet sich das auch an der pädagogischen Arbeit ab.

00:28:01: Und ich versuche dann da Gefühl zu bekommen gleich hineinzugehen und zu sagen hey was ist los?

00:28:06: Es ist alles okay.

00:28:08: Geht mal kurz zehn Minuten raus, schnappt mal nach Luft ... so, dass sie auch wieder runterkommen können.

00:28:13: Und damit sie dann halt wieder mit den Kindern in einer ... ... adäquaten Art und Weise ... ... auch wieder pädagogisch arbeiten können ... ... und da gar nicht erst in eine Überforderung kommen.

00:28:24: Bei den Eltern ist es so.

00:28:25: die fange ich dann ab und frage mir ... ... hey wie geht's ihnen denn?

00:28:27: Guten Tag!

00:28:28: Na, wie läuft das denn?

00:28:29: So... Ich bin ein Fan von einfacher Sprache.

00:28:32: Vielleicht merkt man jetzt in diesem Podcast, wenn dir nicht viele Fremdwörter ... ... könnte ich.

00:28:37: Aber es bringt nichts weil ich versuche authentisch zu sein und versuche auch den Eltern gegenüber authentisch zu sein, dass sie einfach merken.

00:28:45: Sie können mit der Kita-Leitung über alles reden.

00:28:47: Und das ist denke ich ganz wichtig, dass die Eltern dieses Gefühl bekommen, okay, die Kita- Leitung interessiert sich für die Kinder und interessiert es sich fürs Haus und uns als Familien.

00:28:59: Dann hat er Rückmeldungen, bekomme ich halt so ein Signal.

00:29:02: also wie fühlen sich die Eltern hier?

00:29:04: Wie fühlen diese Kinder hier?

00:29:06: Das ist durchweg Gott sei Dank wirklich ein positives... Und ja, das sind zu meiner ... einer meiner Tools die ich hier so versuche zu installieren.

00:29:15: Um da einfach so einen Überblick zu behalten und auch ein Gefühl zu bekommen wie läuft es eigentlich hier im Haus?

00:29:20: Und dann wenn ich merke oh ist läuft nicht dass sich mir dann äh das beobachte und dann jedenfalls auch mit den Eltern in Gespräch gehe.

00:29:27: Meine Bürotür zum Beispiel mal offen.

00:29:29: die Eltern wissen natürlich schätzen das doch wirklich sehr.

00:29:32: selbst die Eltern müssen bei der Büro Tür öffnen.

00:29:33: wir können jederzeit reinkommen Und die kommen dann auch.

00:29:36: Manchmal kommen auch Eltern zu mir und setzen sich und sagen so, hallo Herr Ussena wie geht es ihnen?

00:29:39: Dann haben sie kurze Zeit und dann führen wir mal einen Smalltalk.

00:29:43: Aber das sind diese kleinen wichtigen Momente für die Eltern wo Sie auch diese Wertschätzung aufbekommen.

00:29:50: Auch von einer Einrichtungsleitung.

00:29:52: Eine Einrichtung leitungen wird ja immer überdimensionale dargestellt.

00:29:56: Viele Eltern sagen aber oh Gott, die Kita-Leitung möchte ich mit uns sprechen.

00:29:59: Manche Eltern sagen, jetzt kommt so ein Schulcharakter der Direktor will mit einem reden.

00:30:05: wo ich dann mal lachen muss und die Eltern sagen, das ist nicht schlimm.

00:30:08: Ich sage wenn ich mit denen reden werde geht es weniger um pädagogische Sachen sondern mehr Vermeidungssache.

00:30:13: Wenn da ein Notallschriftwett oder sonstiges.

00:30:16: Die Eltern sind immer ganz süß zu sehen wie aufgeregt an die Eltern sind werden sie so bekommen.

00:30:20: aber dieser erste Kontakt ist immer der wichtigste.

00:30:24: und wenn da die Eltern das Gefühl bekommen hey das ist eigentlich ... eine ganz nette Person, die ganz offen und ehrlich ist... ...und gar nicht hier das Blaue vom Himmel erzählt.

00:30:33: Sondern einfach wirklich erzählt wie ist der Essstand?

00:30:36: Und doch sagt ich sage auch zu den Eltern immer wissen sie am Ende sind wir alle Menschen.

00:30:41: Und auch wir als Mitarbeiter haben ein Privatleben.

00:30:44: Auch wir haben Familie, auch wir haben Kinder,... ...auf wir haben manchmal im morgens anstrengenden Start in den Tag.

00:30:51: Aber unser Ziel ist es trotzdem gegenüber den Eltern und den Kindern positiv gestimmt zu sein.

00:30:58: Ich sage auch den Eltern, wissen Sie wenn mal eine Kollegin sie nicht anlächelt.

00:31:01: Da heißt es nicht dass die Kollegen sie jetzt nicht mag sondern einfach das könnte vielleicht auch damit zu tun, dass die Kolleginnen einfach einen schlechten Start hat in dem Tag weil die Kinder voll gestresst hatten zu Hause und nicht in der Schule wollten oder was weiß ich kennt man ja irgendwo.

00:31:15: wir sind damals Menschen Und das sind so Sachen vor.

00:31:18: die Eltern auch wenn sie dann in der Eingewöhnung sind Auch den Kollegen des zurückmeldenden Kollegen melden nun wieder zurück Dass sie voll angetan waren von dem Gespräch mit mir als Leitung.

00:31:29: Und die Eltern sagen dann noch immer, wer die Leitung schon so ist und die Leitungen ihr Haus auch so führt.

00:31:36: Dann kann das Team nur ein cooles Team sein.

00:31:41: Das ist eigentlich der Punkt was den Eltern ausreicht dass sie sagen, das ist die Kita.

00:31:47: da möchte ich mein Kind hinbringen und da werde ich das probieren.

00:31:49: deswegen sind das, wie gesagt so meine Tools mit den Eltern da in Kontakt zu treten und deine Präsenz zu sein zeigen und auch den Eltern das Gefühl zu geben.

00:32:00: Du bist willkommen so wie du bist?

00:32:02: Und wenn du ein Problem hast oder eine Frage hast dann darfst du sie auch stellen ohne Angst zu haben dass irgendwie es Repressionen gibt gegenüber deinem Kind oder sonst.

00:32:13: aber das ist auch etwas was die Eltern immer mit begleitet dass sie sagen Ich spreche das Thema nicht an.

00:32:18: Nicht, dass der jetzt gegenüber meinen Kindern so und so handelt.

00:32:22: Das kommt ja von wo her.

00:32:24: Das haben sie.

00:32:24: Und es ist halt leider wirklich so... ...viele Eltern, Familien wechseln hier auch zu uns.

00:32:29: Und erzählen mir halt auch was in einer anderen Kita erfahren.

00:32:34: Wo ich denke wie kann man nur?

00:32:36: Was mutmaßen wir uns als Pädagogen im Allgemeinen an mit Familien umzugehen?

00:32:43: Am Ende sind das auch Menschen.

00:32:45: Ganz ehrlich, ich möchte als Elternteil oder als Mensch auch nicht so behandelt werden.

00:32:49: Und da sind halt Sachen wo es dann wirklich den Eltern das Gefühl gebe... ...ich sag dann immer gerne wir als Kita haben mehr so einen familiären Charakter.

00:32:58: mit uns kann man noch offen und ehrlich sprechen.

00:33:00: Man kann gewisse Sachen auch nochmal von einer anderen Betrachtungsweise sehen weil Eltern immer Momentaufnahmen bekommen und ich dann so sage reden sie doch mit dem Kollegen und dann reden die und dann klärt sich das.

00:33:13: Und im Schul ist zum Beispiel anders, das ist knallhart.

00:33:16: Da haben sie nicht die Möglichkeit mal mit den Lehrern in ein Tier- und Angelgespräch zu gehen.

00:33:20: Manchmal kann man als Elternteil mittlerweile gar nicht mehr in die Schule rennen am Tor, muss ja deine Kinder reinschicken.

00:33:25: Hier ist es halt anders.

00:33:27: Das schätzen bei uns die Eltern, das spiegeln Sie uns auch wieder.

00:33:31: Trotz aller Herausforderungen, die Sie haben im finanziellen Bereich, im sozialemotionalen Bereich wissen Sie dass Sie mit uns über alles reden können und viele tun das auch.

00:33:42: Und ja, wir fahren damit tatsächlich gut und ich sage ganz ehrlich.

00:33:46: Wir merken hier nicht dass wir in einem sozialen Brennpunkt sind.

00:33:50: Liegt wahrscheinlich wirklich an der guten Zusammenarbeit mit den Eltern.

00:33:55: Die Eltern unterstützen uns wirklich in allen und die Eltern also auch wenn wir einen personalengpass haben und wie mal Betreuungsumfang reduzieren müssen kommt keine Beschwerde von den Eltern, die haben ein fertiges Verständnis weil die Eltern aber auch wissen wir nutzen das nicht aus.

00:34:10: Ich kenne auch andere Träger, die nutzen das aus.

00:34:14: Aber wir machen das nicht und das wissen bei uns die Eltern.

00:34:16: Es gibt auf Phasen wo wir das ankündigen für eine Woche zum Beispiel... Also Gott sei Dank gibt es diese Phasene sehr selten bei uns.

00:34:22: aber nach dem zweiten Tag relativiert sich das und dann kriegen die Eltern der Info ab.

00:34:25: morgen ist alles wieder aufgehoben.

00:34:27: Und das sind so ...es ist einfach ein Geben und ein Nehmen!

00:34:29: Wir wissen auch dass in Familien viele arbeiten.

00:34:32: Es sind ja auch berufliche Herausforderungen.

00:34:34: dabei, die damit berücksichtig werden müssen berücksichtigen wir auch und das wissen die Eltern.

00:34:39: Und deswegen denke ich, haben wir... Ich würde ohne zu über drei sagen wirklich bei neunzig Prozent der Eltern eigentlich ein sehr gutes Standing.

00:34:47: Da spricht sich auch im Kiez dann rum, oder?

00:34:49: Deswegen wollen ganz viele Anmeldungen, ja.

00:34:52: Deswegen wollen alle zu euch!

00:34:54: Das nicht.

00:34:54: aber dass wir sehr wichtig sind.

00:34:57: Aber doch also wie merken das mit dem Mund-zu-Mund-Propaganda ist immer noch die beste Werbung muss ich ganz ehrlich sein.

00:35:05: Ja da ist so viel was dran, das stimmt.

00:35:08: Ich hoffe, ich konnte deine Frage beantworten.

00:35:10: Ja doch auf jeden Fall!

00:35:11: Also du hast einiges erzählt aber ich fand es super spannend.

00:35:14: also... ...ich kann ja auch noch eine Stunde weiter zuhören glaube ich.

00:35:19: Vielleicht machen wir dann nochmal in einer Anbruchstelle am zweiten Podcast.

00:35:25: Ich würde auch an der Stelle so langsam zum Abschluss kommen.. ..aber ich habe noch eine schöne Abschlussfrage für dich.

00:35:30: Weil wenn man jetzt viel über die Gitarre erzählt oder auch viel von dir erzählt.... ... mit sehr viel Herzblut und Leidenschaft auch in deinem Job so dabei bist.

00:35:38: Das finde ich merkt man schon, wenn du sprichst?

00:35:41: Danke!

00:35:41: Ja...

00:35:41: Also es ist gut so passiert, dass du doch an den sozialen Bereich gekommen bist glaube ich also...

00:35:47: Vielleicht hat der soziale Bereich das noch aus mir gemacht, man weiß es nicht.

00:35:50: Vielleicht.

00:35:53: So und zwar bevor wir uns jetzt noch voneinander verabschieden,... ...wenn du an die Kinder denkst du dir jetzt gerade in der Kita bei dir hast.

00:36:00: Wenn die erwachsen sind was wäre so eine Erkenntnis über's menschliche Zusammenleben die sie unbedingt auf den Weg bekommen haben müssen.

00:36:09: Also Vielfalt ist etwas, was wir versuchen, den Kindern zu vermitteln und dass sie die Menschen so akzeptieren sollen mit wie sie auch sind also auch mit ihren Handicaps.

00:36:21: das ist so das was wir den Kindern Versuchungen mitzugeben.

00:36:27: Ganz kurz noch dazu, bevor wir zum Ende kommen Wir haben auch sehr viele ehemalige Kinder, die ihre Kinder bei uns anmelden tatsächlich oder bei uns auch ein Praktikum machen.

00:36:38: Und das zeigt uns tatsächlich, dass... und wir sehen dann an der Hand dieser Kinder, die schaffen was, auch wenn sie aus dem sozialen Brennpo kommen.

00:36:47: Die kriegen es trotzdem hin, die machen die Abi studieren, die umgehen gute Jobs rein.

00:36:53: Wenn die dann irgendwann kommen zu festen, zusammenfesten oder sonstiges Und dann, wie die dann sehen und die dann sagen was sie machen.

00:37:00: Dann ist man schon ein bisschen stolz auf sich weil wir als Kita natürlich so diesen Grundstein legen.

00:37:06: das wichtigste überhaupt

00:37:07: ja total

00:37:08: und es ist nicht die Schule.

00:37:09: klar die Schule ist weiterführend.

00:37:10: aber wir als kita liegen die Basis.

00:37:13: wenn dann die Kinder merken sagen viel verhalten wir haben ich habe auch einen Kind was im Rollstuhl sitzt und mit dem Spiellichen, der ist mein bester Kumpel.

00:37:22: Das sind alles Eindrücke die sie einfach in diesen jungen Jahren erlebt haben und verstanden haben das es war.

00:37:28: selbstverständlich ist auch das ist ein Teilhabeprozess Im Leben.

00:37:32: und nun weil jemand im Rollstoß jetzt beispielsweise heißt es ja nicht dass davon Sachen ausgeschlossen werden sollen Und Kinder schließen sich dann auch nicht aus ne?

00:37:39: Weil sie akzeptieren dann die anderen wie sie sind Wenn Sie das mitnehmen.

00:37:44: ihr könnt jetzt noch tausend Sachen erzählen aber das wäre schon mal gut

00:37:48: Dann bist du glücklich.

00:37:50: Ja, genau!

00:37:52: Nee das waren noch schöne Abschlussworte.

00:37:55: Deswegen würde ich sagen kommen wir zum Ende der Folge.

00:37:58: Ich bedanke mich bei dir auf jeden Fall erst mal für deine Zeit und auch für deine Offenheit.

00:38:01: Also

00:38:02: ja gerne.

00:38:03: Ich finde es war sehr frisch und so eine ehrliche authentische Art also...

00:38:07: Ich war bemüht.

00:38:08: Du warst ein guter

00:38:09: Gesprächspartner.

00:38:10: Danke sehr.

00:38:12: Danke War auch ne gute Moderation.

00:38:14: Vielen Dank an dich

00:38:15: Sebella.

00:38:17: Ja und vielleicht sieht und hört man sich ja zu einem anderen Setting.

00:38:21: Gerne, sehr gerne!

00:38:23: Okay

00:38:24: Dann würde ich sagen wünsche dir noch einen schönen Tag.

00:38:27: Danke da seht ihr auch.

00:38:29: Vielen Dank Und bis dann

00:38:31: Bis zum nächsten Mal.

00:38:32: Ciao,

00:38:33: ciao.

00:38:35: Das war's auch schon mit dieser Podcastfolge.

00:38:37: viel dank an dieser Stelle fürs Zuhören.

00:38:39: Mehr Informationen zur Outlaw findest du auf unserer Website und unseren Social Media Kanälen.

00:38:43: Die Links dazu findest du in den Show Notes und wir freuen uns, wenn Du auch in der nächsten Folge wieder mit dabei bist.

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